Archiv der Kategorie: ÖPNV

Die Zukunft des ÖPNV im Landkreis Deggendorf

Mobilität und Vernetzung der Menschen sind Themen, die die Politik nicht nur den Autofahrern überlassen kann. Viele Personengruppen wie Senioren, Kinder und Jugendliche aber auch Familien, die sich kein Auto oder kein zweites Auto leisten können, sind auf gute Angebote im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen.

Es ist hier ein deutliches Gefälle von den Ballungszentren über die Städte zu den Kommunen im ländlichen Raum zu verzeichnen. Eine Verbesserung dieser Situation wird von den Freien Wählern als wichtiges Ziel für die nächsten Jahre herausgehoben.
Der Kreisverband der Freien Wähler hat mich eingeladen über die
Zukunft des ÖPNV im Landkreis Deggendorf zu referieren.

Die komplexen Verantwortlichkeiten beim Landkreis als Aufgabenträger, bei der Regierung von Niederbayern als Genehmigungsbehörde und nicht zuletzt die Europäischen Regelungen zur Ausschreibeproblematik für Verkehrsdienstleistungen stehen dabei genauso im Mittelpunkt wie Ideen zur konkreter Verbesserung des ÖPNV im Landkreis wie der jüngst initiierte Modellversuch einer Rufbuslinie in der Region Lalling und ein gesetzlich vorgesehener Nahverkehrsplan sowie ÖPNV-Investitionsplan für den Landkreis bzw. eine Studie zu einem Mobilitätskonzept werden behandelt.

Danach freuen wir uns auf eine angeregte Diskussion und Ihre Beiträge.

Herzliche Einladung zu diesem Talk am
Dienstag, den 18.02.2014 um 19:00 Uhr
in die Dorfschänke Mietraching,

Ruselbergstraße 26, 94469 Deggendorf, Telefon: 0991-27115.

Die Moderation übernimmt Reinhard Leuschner, der Landratskandidat der Freien Wähler und stellv. Kreisvorsitzender

Planung des Öffentlichen Personennahverkehrs

Heute berichtet die Deggendorfer Zeitung  http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/deggendorf/1162798_So-kommt-das-neue-Stadtbusnetz-an.html über Reaktion zur Neukonzeption des Busverkehrs.

Dazu einige Anmerkungen:Frage 1. Warum kann es keine gute Verbindung zum Zentrum geben, wenn man mit dem Zug aus dem Bayerischen Wald in Deggendorf ankommt?

Antwort:

Zunächst die wichtigsten Planungsgrundsätze nach denen geplant wurde:

1.1. Die drei Durchmesserlinien mit Stammstrecke vom Hauptbahnhof zum Oberen Stadtplatz und zurück verkehren einmal pro Stunde in beiden Richtungen mit einer gesamten Umlaufzeit von maximal einer Stunde.

1.2. Es gibt einen konsequenten Stundentakt.

1.3. Verbindungen am Bahnhof nach Plattling und von Plattling betreffen mehr Personen als von und nach Zwiesel.

Linie 1 muss am Schulzentrum mittags nach 13:00 Uhr Schüler nach Scheuering transportieren, kommt also ziemlich zwangsmäßig ein paar Minuten (0:06) nach der vollen Stunde am Hauptbahnhof an. Damit ist eigentlich alles schon festgelegt für diese Linie, da sie eine feste Umlaufzeit von knapp einer Stunde hat und daher keine Spielräume. Sie kommt dann gerade mal so von Scheuering zurück, dass sie Personen vom Oberen Stadtplatz zum Hauptbahnhof bringt, damit diese den Zug nach Plattling erreichen. (0:39, Abfahrt nach Plattling um 0:45)

Jetzt brauchen wir eine Linie, die 5 Minuten also um 0:21 Minuten nach der vollen Stunde am Hauptbahnhof die aus Plattling ankommenden ins Zentrum bringt. Da haben wir nur noch die Linie 2 oder die Linie 3. Da die Linie 2 in der Frühe auch vor allem Schüler zu den Schulen bringen muss, wird die Linie 3 so eingerichtet, dass sie um 0:21 vom Hauptbahnhof zum Oberen Stadtplatz fährt. Wegen der festen Umlaufzeiten kommt sie zwangsweise um 0:05 nach der vollen Stunde am Hauptbahnhof an. Das gibt eine gute Verbindung vom Zentrum für die Leute, die mit der Bahn Richtung Bayerischen Wald fahren.

Auf der Stammstrecke soll möglichst in gleichen Abständen dreimal in der Stunde vom Hbf zum Ob. Stadtplatz gefahren werden. Da kann man jetzt schon froh sein, dass die letzte verbleibende Linie, die Linie 2, mit ihren Schul-Nebenbedingungen so halbwegs noch ins Konzept passt und um 0:23 von der Stadt ankommt und um 0:40 Richtung Stadt fährt.

Wenn Sie dann noch bedenken, dass auch die Leute von den Westlichen Stadtteilen (Himmelreich, Hirzau, Aletsberg) passend zu Waldbahn möglichst in beiden Richtungen und wieder zurück guten Anschuss haben wollen, dann spätestens sollte auch der letzte verstehen, dass nicht alle Bedingungen dieser Art angesichts der Rahmenbedingungen erfüllt werden können

Frage 2: Warum gibt es keine Stadtbusse in den Stadtteilen rechts der Donau, die ins Zentrum fahren?

Sehr gute Frage. Es ist Ziel der Freien Wähler und mein Ziel, dies in der nächsten Periode hinzubekommen. Die Sachlage ist aber mehr als komplex: Es gibt Betriebskonzessionen, die (von der Regierung von Niederbayern) nach dem Deutschen Personenbeförderungsgesetz an einzelne Busunternehmer vergeben sind. Das sind sogenannte Landkreisbusse (VLD), die von anderen Orten her nach Deggendorf fahren. Denen kann man nicht mit Stadtbussen einfach Konkurrenz machen. Man muss diese einvernehmlich mit einbinden oder Abstandszahlungen leisten. Europarechtliche Ausschreibungsverpflichtung kommen – gewissermaßen querliegenden dazu. Ein wichtiger Schritt ist aber auf meine Anregung von der Stadt Deggendorf schon gemacht: Man hat die Aufgabenträgerschaft nach Bayerischem ÖPNV-Gesetz vom Landkreis in die Stadt geholt. Das kann Basis für Lösungen auch für die Stadtteile rechts der Donau in Deggendorf sein.

Machen Sie am 16.03. die Fraktion der Freien Wähler stark, dann können wir uns mit Gewicht diesen Aufgaben widmen!

 

 

 

 

 

 

Probefahrt auf den neuen Stadtbuslinien

Heute vormittag hat der ÖPNV-Arbeitskreis zusammen mit den Bürgermeistern Peter Volkmer und Hermann Wellner mit einer Probefahrt die seit heute früh fahrenden Bussen nach dem neuen Konzept gestartet. Die neuen Stammstrecke vom Oberen Stadtplatz über die Technische Hochschule zum Hauptbahnhof und dann weiter in die Hirzau und zurück wurde auf der Fahrt um 10:14 in Augenschein genommen. Ab sofort fahren dreimal die Stunde Busse auf der Stammstrecke. In die Stadtteile Hirzau (2), Himmelreich (1), Aletsberg (3), Scheuering und Klinikum (1), Mietraching (3) und Rörerstraße (2) kommt man im Stundentakt durchgehend alle Stunde zu einer festen Zeit – und natürlich zurück. Zum ersten Mal gibt es eine direkte Verbindung vom Hauptbahnhof zum Klinikum. Die Linie 4 bindet Deggenau, die Orte von Reinprechting bis Miezing sowie die Stadt-Au viermal am Tag ans Zentrum an.

Image

Ordnungsamtschef G. Löfflmann, Prof. Dr. Johannes Grabmeier und Busunternehmer Josef Artmeier beim Einsteigen in die Stadtbuslinie 2 Richtung Hirzau am Oberen Stadtplatz

Neue Buslinien starten am 02.01.2014

Die Umsetzung des von mir im ÖPNV-Ausschuss der Stadt Deggendorf entwickelten neue Konzept der Durchmesserlinien mit Stammstrecke und Stundentakt startet am 02.Januar 2014. Die bisherigen Linien wurden zu 4 Durchmesserlinien zusammengefasst und optimiert.

Hier der neue Linienplan und die neuen Stadtbusfahrzeiten.